
Neubewertung von Bernadette Brady
Multidiziplinäre, professionelle Künstlerin, Diplom Designerin, Redakteurin

Neubewertung von Bernadette Brady

Die Lebensmittelindustrie sei keinen Deut besser als Zigarettenhersteller, kritisiert der Arzt Chris van Tulleken. Auf Kosten unserer Gesundheit würden Profite gesteigert.

Van Tulleken: Mein Buch enthält eine simple Einladung an alle Leserinnen und Leser, die sich süchtig fühlen: Essen Sie, während Sie lesen. Und vielleicht werden Sie am Ende des Buches feststellen, dass Sie dieses Essen einfach nicht mehr wollen. Viele Leute merken, sobald sie anfangen, das Zeug bewusst zu kauen und es zu inspizieren: Oh, das ist ja gar kein richtiges Essen. Mein Getränk ist eine Mischung aus künstlichen Farbstoffen und künstlichen Aromen, und mein Erdbeerjoghurt ist voll mit modifizierter Maisstärke und hat noch nie eine Erdbeere gesehen.
Aber gesunde Ernährung kostet Geld und Zeit. Man braucht Küchenutensilien, eine Gefriertruhe, Tupperboxen, Zeit zum Vorkochen und so weiter. Lange Zeit wurde diese Arbeit von Frauen erledigt. Die hoch verarbeiteten Lebensmittel hatten also auch Vorteile, weil sie den Frauen den Weg in die Arbeitswelt erleichterten.“ (…) Interview von Magdalena Pötsch, DerStandard.at, 25. Juni 2023
Viele Menschen träumen von absoluter Ordnung, weniger Besitz halten sie für mehr. Auch unsere Autorin befolgte das Minimalismus-Gebot. Aber sie beginnt gerade, zum Gegenteil zu konvertieren.
Woher also kommt diese neue Freude an streng minimalistischer Ordnung? Wie kann es sein, dass Videos zu #decluttering millionenfach angeklickt werden und man heute so weit geht, Aufräumen und Saubermachen als meditativen Akt zu beschreiben? Eine Erklärung könnte lauten: Der Wunsch nach Ordnung wächst, wenn die Welt im Chaos zu versinken droht. Es geht um das Gefühl, das Leben, oder zumindest einen kleinen Teil davon, im Griff zu haben: mehr Kontrolle, mehr Sicherheit, mehr Kontinuität. (…)
Die Zeichen stehen unmissverständlich auf Verzicht. Sich demonstrativ dem Konsum zu verweigern, sich vom Materialismus loszusagen, das macht sich gut. Doch die ständige Zurückhaltung, zu glauben, immer performen zu müssen und ständig beobachtet zu sein, führt zu einer gezähmten Version unseres Selbst. Und wo wäre dieses Vorzeige-Ich besser zu Hause als im spaßbefreiten, kargen Raum? (…)
Das Chaos ist ein Versprechen: Hier darf gelebt werden. Man muss sich nicht ständig benehmen, kann faul auf der Couch liegen und die Dinge auch mal gut sein lassen. Vor kurzem war zu hören, dass selbst Marie Kondo inzwischen (nach Kind Nr. 3) nicht mehr ganz so hyperordentlich lebe wie noch vor zehn Jahren – und: Es gehe ihr gut damit. Das Chaos löst Freude aus, sparks joy.“
Artikel von Lea Hagmann Wohnen 15.06.2023 in der Bellvue.NZZ.ch

Ohne Christian und sein Team geht‘s nicht auf der Dermatologie Station der Artemed Fachklinik in München. Merci!



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